Healing und Magie

Magie hat heute einen sehr schlechten Ruf. Sie wird gleich mit Voodoo, der religösen, oft destruktiven, also schwarzen Magie des kreolischen Südamerika gleichgesetzt. Dies war nicht immer so. Beispielsweise war während der Renaissance die Magie eine weitverbreitete ärztliche Technik, der sich auch Paracelsus (mit der so genannten Signaturmedizin) bediente.

Meine psychotherapeutische Erfahrung hat mich gelehrt, weisse und schwarze Magie aufgrund des Kriteriums der Macht zu unterscheiden. Wird willentlich eine magische Wirkung angestrebt, handelt es sich um schwarze Magie. Kommt man jedoch – unter Umständen erst aufgrund eines jahrzehntelangen inneren Reifungsprozesses – zur Einsicht, dass Heilen darin besteht, im Zustand des Wu Wei, der aktiven Passivität, einfach zu beobachten was die höhere schöpferische Instanz – von mir Weltseele oder anima mundi genannt – inkarnieren will, betreibt man weisse Magie.

Die hermetisch-alchemistische Weltseele mit ihrer weiss-magischen Ausstrahlung

In der weissen Magie wird also nicht willentlich und damit aus einem Machtkomplex heraus eingegriffen, sondern man lässt geschehen. Derart können spontane Heilungsprozesse beobachtet werden. Sie sind akausal (ursachelos), das heisst sozusagen „Wirkungen“ ohne „Ursache“, und sie stellen magische Schöpfungsprozesse der göttlichen Weltseele dar, die im Fall der von mir entwickelten Symptom-Symbol-Transformation (SST) auf innerlich geschauten Bildern oder vegetativen Körperempfindungen beruhen. Sehr schön ist diese Tatsache im nebenstehenden Bild der hermetisch-alchemistischen Weltseele mit ihrer weiss-magischen Ausstrahlung dargestellt.

Es ist mir anfänglich sehr schwer gefallen zu akzeptieren, dass healing auf Magie beruht. Doch als es mir schliesslich gelang, den oben erwähnten, ganz entscheidenden Unterschied zwischen schwarzer und weisser Magie zu erkennen, konnte ich mich dazu durchringen dazu zu stehen, dass meine Arbeit einen magischen Aspekt besitzt. Hätte sie dies nicht, wäre sie genau so kausal wie die naturwissenschaftliche Medizin. Ihr Wesen besteht aber eben in einer spontanen (akausalen) Wandlung der energetischen und physischen Situation, die sich letztlich in Besserung und Heilung zeigt. Die Akausalität (Spontanität) der SST bedeutet zugleich auch, dass wir nie in der Lage sein werden, die „Wirkung“ des healing im naturwissenschaftlichen Experiment nachzuweisen. Denn dieses beruht auf dem Dogma der Wiederholbarkeit, welche Eigenschaft dem spontanen Neuschöpfungsprozess der SST diametral widerspricht. Die eidgenössische Expertenkommission, die die Zulassung alternativmedizinischer Heilmethoden prüft, wäre daher gut beraten, diesen Aspekt des healing zu berücksichtigen.

Da ich selbst das Opfer machtbesessener Ärzte und Psychotherapeuten geworden war, bin ich in Bezug auf die Unterscheidung zwischen schwarzer, machtbesessener und weisser, natürlicher Magie äusserst sensibilisiert. Daher auch mein Leitspruch: „Finde die Heilerin in dir selbst!“

 

Kommentare sind geschlossen.