Die Wiederkehr der Weltseele – Die innere Erfahrung von Schöpfung in der Einheitswelt (Unus Mundus) als Heilmethode

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Entleert erleb ich die Fülle,
Entformt erleb ich die Form.

Lama Anagarika Govinda (1898 – 1985)

1. Die introvertierte Prozedur des alchemistischen Arztes Gerhard Dorn zur Wiederherstellung der Einheitswelt

In der Zeitspanne der Jahre 1932 bis 1958 pflegten der Quantenphysiker und Nobelpreisträger Wolfgang Pauli und der Tiefenpsychologe C.G. Jung einen regen Gedankenaustausch, dessen schriftlicher Teil uns seit dem Jahr 1992 dokumentiert ist[2]. Einer der wesentlichen Aspekte dieses Austausches war das Phänomen des so genannten Unus Mundus, der Einheitswelt hinter der heutigen Spaltung der Welt in ein Aussen und ein Innen, in Materie, Geist und Psyche.

In einem Brief des Jahres 1953 an Pauli schreibt Jung[3], dass er einen alchemistischen Arzt entdeckt hat, Gerhard Dorn, oder Gerardus Dorneus, einen Schüler des Paracelsus, der von circa 1530 bis 1584 lebte. Dorneus will diese gespaltene Welt in einer introvertierten Prozedur wieder zur ursprünglichen Ganzheit zurückführen. In einem ersten Schritt will er

Die drei Stufen des Opus des Dorneus

vorerst Geist und Psyche zur so genannten unio mentalis vereinigen. Dies soll durch Selbsterkenntnis geschehen und erinnert uns daher an das psychoanalytische Bestreben, vor allem auch an die von Jung vorgeschlagene Aktive Imagination[4]. Dann aber, und das ist das Neue, das Jung so fasziniert, soll diese unio mentalis in einer zweiten Stufe[5], der unio corporalis, mit dem Körper vereinigt werden, so dass eine Einheit aus Geist, Seele und Materie entsteht. Diese Urwelt, welche zugleich die ewige Welt ist, «jene potentielle Welt des ersten Schöpfungstages, an dem es noch nichts Getrenntes gab»[6] (C.G. Jung), nennt Dorneus den Unus Mundus, die Einheitswelt. Mit dieser ewigen Urwelt vereinigt sich der Mensch in dieser dritten Stufe der (zutiefst innerlichen) Prozedur.

2. Die mittelalterliche Anima Mundi als Einheit von Weltseele und Einzelseele und die raum- und zeitlose Einheitswelt (Unus Mundus)

Die mittelalterliche Anima Mundi oder Weltseele

Das energetische Prinzip des Unus Mundus stellt die so genannte Anima Mundi, die Weltseele dar. Es ist dies ein Prinzip, das uns heute kaum mehr verständlich ist, eine Seele des Universums, die gleichzeitig in jedem einzelnen Menschen vorhanden ist. Die Seele ist also nicht in «Partikelseelen» aufgespalten, sondern Einzelseele und Weltseele sind ein und dasselbe. Daher gilt für dieses energetische Prinzip der Einheitswelt der alte alchemistische Spruch des Hermes Trismegistos: Wie innen so aussen, wie aussen so innen.[7] Wenn also die Vereinigung mit dem Unus Mundus und damit mit der Weltseele erreicht ist, ist der Mensch, beziehungsweise seine Seele, mit der Weltseele wieder vereinigt. Das Innen und das Aussen werden identisch. Diese Vorstellung ist nur möglich, wenn man die physikalische Vorstellung des Raumes, der ja nur im Aussen definiert ist, aufgibt; ein solcher Zustand wird raumlos. Zugleich ist er zeitlos, denn er entspricht ja dem ewigen Wesen der Einheitswelt und der Weltseele.

3. Die Ersetzung des Schöpfungsaktes der göttlichen Weltseele durch einen Akt des Bewusstseins als Folge der Mathematisierung der Naturwissenschaft – die Vergottung des Menschen

Wie gesagt, können wir uns einen solchen Zustand der (Wieder-)Vereinigung der Einzelseele mit der Weltseele heute kaum mehr vorstellen. Wir müssen also den Grund dieses Mangels herausfinden. In einem Brief an seinen Kollegen Markus Fierz schreibt Pauli[8], dass dies seinen Grund darin hat, dass im 17. Jahrhundert, mit Johannes Kepler und Galileo Galilei die Weltseele als bewegendes Prinzip (anima movens) aus der Naturerklärung verschwand. Und er zieht den Schluss, dass in diese Lücke die Empirie, die Mathematik und die Messung sprangen.

Kepler hatte gezeigt, dass die Bewegung der Planeten mithilfe mathematischer Formeln berechnet werden kann. Dadurch wurde die Voraussetzung des Wirkens einer göttlichen, vom Bewusstsein unabhängigen Weltseele unnötig. Nun konnten plötzlich auch die bis dahin unerklärlichen und zutiefst erschreckenden Sonnenfinsternisse durch einen Akt des Bewusstseins erklärt undvorausgesagt werden. Mit Newtons neu gefundenen Formeln der Mechanik, seinen Differentialgleichungen, wurde es dem menschlichen Bewusstsein sogar möglich, die Bewegung von physikalischen Körpern zu berechnen und zu beeinflussen, zu steuern. Auch hier, oder hier erst recht, wurde das bewegende Prinzip der Weltseele unnötig. Die göttliche anima movens wurde durch einen Akt des menschlichen Bewusstseins ersetzt.

4. die Wiederkehr der Weltseele im Erleben von Wolfgang Pauli: Die Erscheinung von Wiedergängern (Toten aus dem Jenseits)

Pauli schreibt dann in seinem Brief an Markus Fierz den entscheidenden Satz[9]: «Nun scheinen wir aber zu beginnen darunter zu leiden, dass man im 17. Jahrhundert zu weit gegangen ist», und er fügt an, dass «von damals her die ‘revenues’ [kommen], die mich nachts, und zuweilen auch tags, verfolgen.» Pauli meint damit die revenants, Wiedergänger, also Tote, die einem Lebenden erscheinen. Offensichtlich hatte er solchen Erscheinungen erfahren und daran gelitten.

Wir müssen hier berücksichtigen, dass Pauli, ein hochintellektueller Mensch, den man nicht ohne Grund «das Gewissen der Physik» nannte, sich dank seinen Grenzerfahrungen auch äusserst intensiv mit der Parapsychologie auseinandersetzte. Die Diskussionen mit Jung (und seinem Kollegen Markus Fierz) drehten sich daher auch in grossem Masse um eben solche Grenzerfahrungen, und vor allem um deren mögliche Berücksichtigung in einer erweiterten zukünftigen Wissenschaft. Der hier besprochene Brief Paulis an Fierz stellt, wie wir sehen werden, einen sprechenden Beweis für diese «mystische» Seite des theoretischen Physikers dar.

5. Die Abschaffung des Schöpfungsprinzips der Weltseele, des sinnvollen Zufalls, in der Quantenphysik, und deren Wiederkehr in den parapsychologischen Phänomenen

Pauli fährt dann fort[10], dass durch die Entdeckung des Wirkungsquantums[11] das Einmalige und der Sinn eines Phänomens geopfert werden musste. Da dieses Einmalige nicht quantenphysikalisch beschreibbar ist[12], beschränkte sich die Quantenphysik auf die so genannte statistische Kausalität. So konnte sie die objektive, das heisst, vom Beobachter unabhängige Beschreibung der Phänomene retten. Doch die einmalige Beobachtung, die akausale, ursachelose «occasio», der sinnvolle Zufall fiel unter den Tisch.

Pauli meint also, dass wir durch die Postulierung der statistischen Kausalität die «occasio», den sinnvollen Zufall abgeschafft hätten. Da der sinnvolle Zufall, das ursachelose Schöpfungsprinzip, ein wesentliches Merkmal der Weltseele darstelle, hätten wir so auch die Weltseele abgeschafft. Doch nun räche sich diese Hybris und Vergottung des menschlichen Bewusstseins in einer Wiederkehr der Weltseele, die sich in parapsychologischen Phänomenen äussere, die vom menschlichen Willen völlig unabhängig geschehen.

6. Die Wiederkehr der Weltseele im psychokinetischen Pauli-Effekt

Wir wissen von Pauli auch, dass ihn nicht nur die persönliche Erfahrung von Wiedergängern beschäftigte, sondern dass von ihm sehr viele makro-psychokinetische Phänomene ausgingen, die von seinen Kollegen schliesslich mit dem Terminus Pauli-Effekt benannt wurden. Ein heute berühmter Pauli-Effekt ereignete sich in Göttingen[13]. Sein Kollege Otto Stern präparierte ein sehr grosses Experiment an der Universität, doch eines der Messinstrumente explodierte. Stern, der bekannte, dass die Zahl der Pauli-Effekte äusserst gross war, hatte Pauli das Betreten seines Laboratoriums verboten, weil schon früher in dessen Anwesenheit derartige seltsame psychokinetische Phänomene passiert waren. So dachten alle Teilnehmer des Experiments, dass diesmal hinter der Explosion kein Pauli-Effekt sein könne. Es stellte sich jedoch heraus, dass Pauli sich in eben diesem Moment in Göttingen auf dem Bahnhof aufhielt. Er wartete, von Zürich kommend, auf den Zug nach Kopenhagen, wo er seinen ehemaligen Lehrer Niels Bohr besuchen wollte.

Schon im Februar 1950[14], also gut eineinhalb Jahre vor der Diskussion mit Fierz im Oktober 1951, als Pauli sich dem Zyklotron in Princeton, einem der ersten Beschleuniger zur Untersuchung von Elementarteilchen, näherte, begann dieser zu brennen und wurde zerstört. Eine physikalische Erklärung dafür wurde trotz intensivster Suche nie gefunden. Pauli spürte, dass dieser Schaden durch eben einen solchen psychokinetischen Pauli-Effekt von ihm ausgelöst wurde. Tatsächlich erklärte auch Markus Fierz, der Kollege, der ihn äusserst gründlich kannte, dass Pauli selbst an dieses parapsychologische Phänomen glaubte, das ihm so oft passierte.

7. Paulis Postulierung des Spins, dessen Ablehnung durch den inneren Magier und das taoistische «Kreisen des Lichts»

Es gibt unzählige Anekdoten über den von Pauli ausgelösten makro-psychokinetischen Effekt. Meist wird dieser die Quantenphysik übersteigende Pauli-Effekt von Physikern «weggelacht», und kaum jemand macht sich ernsthafte Gedanken darüber, welches tiefere Geschehen sich dahinter verstecken könnte.

In meinem Buch Return of the World Soul[RR1] [RR2]  habe ich gezeigt[15], dass die Erfindung des Spins, eines anschaulich nicht darstellbaren Rotationsprinzips in jedem Elementarteilchen, aber auch des Kerns jedes Atoms, dem «inneren Magier» Paulis überhaupt nicht behagte. In einem Brief Paulis[16] an Emma Jung, C.G. Jungs Frau, beschreibt Pauli einige Vorbehalte seines inneren Magiers, die dieser mit drastischen Worten ankündigt. Er hält den Quantenphysiker und späteren Nobelpreisträger, das «Gewissen der Physik», als «vollkommen unwissend und ungebildet verglichen mit ihm selbst». Der Magier ist ein «Antiscientist» und lehnt daher «die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise» ab, «besonders diejenige, die heute in Hochschulen und Universitäten gelehrt wird». Das Verwirrende ist für Pauli, dass der Magier zwar Ausdrücke der modernen Physik gebraucht, aber in einem völlig anderen Sinn. So verwende er beispielsweise den Begriff Radioaktivität, meine damit aber das von C.G. Jung postulierte Prinzip der Synchronizität[17]. Pauli meint weiter, dass der Magier «ein Stück [sei], das vor etwa 300 Jahren das naturwissenschaftliche Weltbild nicht angenommen hat». Er meint damit die Zeit der Geburt der modernen Naturwissenschaft, also den Beginn des 17. Jahrhunderts, mit Galilei, Kepler und Newton. Doch sei der Magier «erlösungsbedürftig», da er in unserer Kultur noch keinen Platz gefunden habe.

Bevor ich weiterfahren kann, muss ich dem Leser einen wichtigen Aspekt der Traumdeutung im Sinne C.G. Jungs erklären. Aufgrund seiner und der Träume seiner Patienten kam er zur Auffassung, dass es Träume gibt, die ein von ihm so genanntes «vorbewusstes Wissen» beinhalten[18]; ein potentielles Wissen, das sozusagen im «Unbewussten» oder besser, im Unus Mundus vorhanden ist, aber durch den Menschen «erlöst» werden muss. Daher beinhalten viele Träume Paulis dieses potentielle Wissen und beschreiben in symbolischer Sprache eine Erweiterung unseres wissenschaftlichen Weltbildes. In seinem Fall bedeutet dies, wie auch andere Stellen in seinem Briefwechsel zeigen, dass das magische Weltbild der Hermetik, das in der Renaissance noch hoch im Kurs war, dann aber ab dem 17. Jahrhundert durch das naturwissenschaftliche ersetzt wurde, in irgendeiner noch unbekannten Form sich in das letztere integrieren will, um auf höherem Niveau ein neues Weltbild zu erzeugen, das die Physik, die Chemie und die Naturwissenschaft ganz allgemein übersteigt.

Ziemlich genau vier Jahre vor dem Brief an Emma Jung, im Oktober 1946, wurde Pauli von einem Traum vom inneren Magier[19] heimgesucht, der ihn so intensiv beschäftigte, dass er begann, sich mit dem Disput zwischen Johannes Kepler und dem hermetischen Alchemisten und Mystiker Robert Fludd zu beschäftigen[20]. Fludd war insofern ein Gegenpol zu Kepler, dem Mitbegründer der auf der Mathematik beruhenden Naturwissenschaft, als er, wie alle Alchemisten, einem magischen Weltbild verhaftet war, demselben Weltbild, dem offensichtlich auch der innere Magier Paulis verpflichtet war. Im Gegensatz zu Fludd lehnte Paulis innerer Magier jedoch die Naturwissenschaft nicht ab, sondern wollte sie in eine höhere Stufe entwickeln. Daher die oben erwähnte Verwendung der physikalischen Begriffe, vor allem der Radioaktivität. Er nötigte Pauli aber, dieser einen neuen Sinn und Inhalt zu geben, der gemäss der hermetischen Voraussetzung nicht durch die Verwendung mathematischer Formeln, sondern durch einen inneren Prozess gefunden werden sollte. Meine weiter unten dargelegte Entdeckung besteht darin, dass ich realisierte, dass dieser in symbolischer Sprache ausgedrückte «innere radioaktive Zerfall» als empirischer Prozess in der eigenen Innenwelt beobachtet werden kann.

Im oben erwähnten Traum wird Pauli angeklagt und muss vor Gericht erscheinen, bei dem auch der Magier anwesend ist. Gemäss dem Traumtext entspricht das ihm zur Last gelegte Verbrechen der «Objektivierung der Rotation». Der Magier sagt dann zu Pauli, dass er doch wisse, was Rotation wirklich bedeute. Der Traum-Pauli erwidert sofort: «Das Kreisen des Lichts». Darauf sagt der Magier: «Nun halten sie den ersten Schlüssel in der Hand»; offensichtlich den Schlüssel für die Lösung des Problems des Kreisens beziehungsweise der Rotation.

Den Ausdruck «Die Objektivierung der Rotation» können wir als Paulis mathematische Formulierung des Spins, einer Art inneren Drehimpulses jedes Elementarteilchens, deuten. Diese erscheint dem Magier völlig falsch und er weiss, dass der Physiker eigentlich die richtige Antwort weiss, das Kreisen des Lichts.

Das Kreisen des Lichts ist eine Übung der taoistischen Meditation[21], in der ein inneres Licht in eine kreisende Bewegung im Körper gebracht wird. Diese Übung, die Pauli kannte, als er den obigen Traum hatte, führt dann dazu, dass innen und aussen, der eigene Körper und das Universum sich vereinigen. Dies führt in einen raum- und zeitlosen Zustand, sowohl im eigenen Inneren als auch im Universum.

Offensichtlich versucht der Taoismus mithilfe dieser Übung den Unus Mundus zu erreichen, in dem, da er raum- und zeitlos ist, magische Dinge[22] geschehen können, die den Gesetzen der Physik nicht gehorchen.  

8. Der schöpferische Prozess des Aufbaus höherer Ordnung im Unus Mundus – die Körperzentrierte Imagination

Es stellt sich nun die Frage, ob und wenn ja, wie dieser taoistische Prozess des Kreisens des Lichts – den Dorneus, Fludd und Paracelsus erahnten aber natürlich noch nicht in der heutigen wissenschaftlichen Sprache beschreiben konnte – höhere Ordnung aufbauen und so zu neuer Belebung führen könnte.

Schon in den frühen Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts erlebte ich eine erste Ahnung der Möglichkeit eines solchen Prozesses. Wie ich im Artikel Der innere Quantensprung ausgeführt habe, wurde ich damals zu einer Patientin geführt, die an einer progressiven Form von Multipler Sklerose litt. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Lähmung des Körpers ohne Remissionen voranschreitet. Daher war die Patientin mehr oder weniger vollständig an ihr Bett gefesselt.

Mithilfe einer modifizierten Prozedur des taoistischen Kreisen des Lichts[23] führte ich die Patientin in einen veränderten Bewusstseinszustand hinein, wodurch sie aus dem Kopfhirn aussteigen und in einen Kontakt mit dem Bauchhirn (Michael Gershon) gelangen konnte. Wie ich weiter gezeigt habe, dient das vom Kopfhirn unabhängige Bauchhirn nicht «nur» der Steuerung der Prozesse in den inneren Organen, wie Michael Gershon bewiesen hat, sondern es ist in der Lage von mir so genannte «innere Quantensprünge» wahrzunehmen, die sich in intensiv körperlich erfahrenen inneren Bildern spontan (akausal, ursachelos) äussern. Eines der wichtigsten Bilder, die meiner Patientin als Resultat des «Kreisen des Lichts» spontan erschienen, war jenes einer inneren Sonne im Solarplexus, die – nach ihren eigenen Worten – eine völlig neuartige Energie in den ganzen Körper ausstrahlte. Es zeigte sich, dass diese inneren Bilder mit der Zeit – ohne eine weitere Deutung derselben! – ihre Multiple Sklerose heilten. 

Krankheit bedeutet immer Chaos, eine Verminderung der Ordnung. Meine spätere Erfahrung als Heiler und Psychotherapeut zeigte mir, dass der im Rahmen der Physik und konventionellen Medizin unmögliche Prozess des Aufbaus von Ordnung im individuellen Fall, und zwar sowohl in somatischen und psychosomatischen Krankheiten, als auch im Fall gewisser psychischer Krankheiten (vor allem von Depression), in der von mir entwickelten Methode der Körperzentrierten Imagination tatsächlich möglich ist.

9. Der spontane Zerfall des radioaktiven Kerns und dessen innere Entsprechung, der spontane innere Quantensprung, als zentraler Prozess der Körperzentrierten Imagination

Wolfgang Pauli interessierte sich sehr für die Tiefenpsychologie C.G. Jungs. Ihm schwebte vor, Komplementaritäten zwischen Begriffen der Quantenphysik und jenen von Jungs Tiefenpsychologie zu finden. Ausgehend von der Komplementarität zwischen Partikel und Welle beschäftigte ihn die Frage, ob Begriffe der Physik auch eine innere Entsprechung haben könnten, ob also aussen und innen komplementär seien. 

Schon im Jahr 1935 definiert Pauli in einem Brief an Jung[24] solche Komplementaritäten zwischen der Quantenphysik und der Tiefenpsychologie Jungs. Er vergleicht beispielsweise den radioaktiven Kern mit dem von Jung definierten (höheren) Selbst[25], dem inneren Gottesbild in jedem einzelnen Menschen. Beide seien gekennzeichnet durch eine Ausstrahlung nach aussen, die zu einer Transformation führe.

Mein inneres Gottesbild entspricht nicht jenem von C.G. Jung, sondern der Weltseele, der Anima Mundi, deren Ausstrahlung im oben eingefügten Bild so eindrücklich dargestellt ist. Sie gilt als die Herrscherin des Unus Mundus. In der christlichen Tradition ist sie «die Werkmeisterin Gottes». Sie ist also die Realisatorin, diejenige, die potentielle Neuschöpfung in unserer dreidimensionalen Welt inkarniert. Durch diese Inkarnation geschieht eine Transformation der dreidimensionalen Welt.

Neben der Ausstrahlung und der Transformation ist der radioaktive Kern durch eine weitere Eigenschaft gekennzeichnet, die Pauli in seinem Vergleich mit Jungs Selbst jedoch unterschlägt: der einzelne radioaktive Kern zerfällt spontan (akausal, ursachelos). Der Zerfall entspricht einem spontanen Quantensprung. Es ist nicht möglich, ein mathematisches Gesetz zu finden, das diesen Spontanzerfall beschreiben könnte. Es ist daher auch nicht möglich, den Zerfall eines einzelnen radioaktiven Kerns mithilfe des Bewusstseins zu manipulieren (wie Vorgänge in der mechanistischen Welt, beispielsweise mithilfe der Newtonschen Differentialgleichungen, die die Grundlage der materialistischen Mechanik darstellen).

Wenn wir nun zu meiner Patientin mit Multipler Sklerose und ihrem spontanen Bild der heilenden Sonnenstrahlen zurückkehren, sehen wir unmittelbar, dass das spontane Auftauchen des inneren Bildes, der innere Quantensprung, dem Spontanzerfall des radioaktiven Kerns entspricht. In dem Moment, in dem sie während der Konzentration auf das Bauchhirn das spontan auftauchende Bild wahrnahm, geschah eine Inkarnation aus dem Unus Mundus in ihren Körper – die Strahlen der Sonne – die ihre Multiple Sklerose schliesslich heilte.

In der alchemistischen Sprache des Dorneus wird in derartigen spontanen inneren Prozessen die unio corporalis und gleichzeitig die Vereinigung des abgeblendeten Bewusstseins mit dem Unus Mundus erreicht. Meist ist dieser Zustand mit intensivsten Glückseligkeitsgefühlen verbunden, die an die Ekstase der Mystiker erinnert. Er kompensiert die physischen und/oder psychischen Schmerzen, die meist mit Krankheit verbunden sind.

10. Zusammenfassung: Die Körperzentrierte Imagination als Rückkehr zu Paracelsus und Dorneus auf einer höheren Stufe

Der Arzt und Paracelsus-Schüler Gerhard Dorn (Dorneus) hat schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein zutiefst introvertiertes Verfahren vorgeschlagen, mit dessen Hilfe die sich damals langsam abzeichnende Spaltung der Welt in Geist, Psyche und Materie wieder rückgängig gemacht werden sollte. Die entscheidende Stufe nannte er die unio corporalis, in der die Geist-Seele mit dem Körper neu verbunden und so der Unus Mundus, die raum- und zeitlose Welt mit ihrem energetischen Prinzip, der Weltseele, wiederhergestellt werden soll.

Da Dorneus noch nicht zwischen kausalen und akausalen (spontanen) Prozessen unterscheiden konnte, war seine Prozedur nicht von Erfolg gekrönt, und die Spaltung in aussen und innen sollte sich vorerst noch viel mehr akzentuieren. Sie wurde durch Descartes zementiert und führte schliesslich zur vollständigen Trennung von materialistischer Wissenschaft, die mithilfe der Mathematik quantifizierbare «objektive» Tatsachen schaffte, und innerer Welt, die «subjektiv» blieb, da ihre Inhalte nicht quantifiziert werden konnten.

Von grosser Tragweite war diese Tendenz auch in der Medizin, die sich nach Paracelsus immer mehr von dem von ihm noch vertretenen Ideal der Berücksichtigung subjektiver Erfahrungen des Patienten entfernte und zu einer reinen Diagnostik – der Messung «objektiver» Tatbestände – verkam.

In der Physik, der exaktesten aller Naturwissenschaften, wurde mit der Entdeckung des Wirkungsquantums durch Max Planck das Postulat der Objektivität der wissenschaftlichen Aussage zum ersten Mal gründlich erschüttert. Das so genannte Messproblem der Quantenphysik besagt nämlich, dass Messungen am quantenphysikalischen Objekt subjektiv sind – verschiedene Messungen ergeben unterschiedliche Resultate. Der Zufall kam durch die Hintertüre wieder hinein. So wurde zum Leidwesen vieler Physiker, vor allem auch von Albert Einstein («Gott würfelt nicht»), der Einfluss des individuellen Menschen auf das Geschehen in der Natur wiederentdeckt, eine Revolution in der Naturwissenschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die Physik rettete sich vermeintlich, indem sie eine so genannte statistische Kausalität definierte. Die einmalige Beobachtung, der akausale, das heisst ursachelose Zufall, der die zukünftige Entwicklung von Ereignissen in der Natur (und im menschlichen Körper) auch beeinflusst, fiel unter den Tisch.

Im Gegensatz zu der heute üblichen Verwendung des Terms ist der Quantensprung beim quantenphysikalischen Messakt akausal, ursachelos. Gleiches gilt für den Zerfall eines einzelnen radioaktiven Atoms. Der Zerfall ist zufällig und spontan und kann daher nicht durch ein mathematisches Gesetz beschrieben werden. Mir stellte sich daher die Frage, ob nicht im Sinne einer Komplementarität zwischen aussen und innen ein inneres Geschehen beobachtet werden kann, das dem radioaktiven Zerfall eines Einzelatoms entspricht. Ein spontaner Zufall, der im eigenen Inneren beobachtet werden kann.

Meine Arbeit als Heiler hat mich in den frühen Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts zu der Beobachtung geführt, dass solche inneren Quantensprünge tatsächlich beobachtbar sind. Im Zustand des abgeblendeten Bewusstseins, das aus dem Kopfhirn aussteigt – die Schaffung der Leere des Bewusstseins – und sich auf das Bauchhirn konzentriert, erscheinen in einem spontanen Prozess innere Bilder aus dem Unus Mundus – die Fülle der Leere des tantrischen Buddhismus – die dem symbolischen Aspekt des Symptoms einer somatischen oder psychosomatischen, aber auch gewissen psychischen Krankheiten entsprechen. Die Erfahrung zeigte mir, dass diese Schau einen Schöpfungsprozess im Unus Mundus in Gang setzt, der zu einer Inkarnation aufbauender Energie im Körper und so zu Besserung und Heilung der Krankheit führen kann. 

Die Beobachtung des inneren Quantensprungs bedeutet einer Rückkehr zu den Renaissance-Ärzten Paracelsus und Dorneus auf einer höheren Stufe. Die «subjektive» Innenwelt des Patienten wird wieder einbezogen, ja, mehr noch: sie wird zur Grundlage der zentralen Prozedur des Heilungsprozesses, die die «objektive» materialistische Diagnostik ergänzt; das Symptom wird durch das spontan auftauchende innere Symbol kompensiert. Die therapeutische Erfahrung zeigt, dass durch die Schau dieses spontanen inneren Geschehens Heilung initiiert werden kann.

11. Ausblick

Meine obigen Ausführungen, die letztlich die Naturwissenschaft des 20. Jahrhunderts mit hermetischen Vorstellungen ergänzen, die aus gewissen Träumen des Mitbegründers der Quantenphysik Wolfgang Pauli folgen, erlauben uns einen Ausblick auf die Erklärung bisher unverstandener Phänomene mithilfe einer erweiterten Weltsicht. Wenn die Trennung von aussen und innen in der Welt des Unus Mundus auf einer höheren Ebene aufgehoben wird, wie dies in der von mir vorgeschlagenen Methode der Körperzentrierten Imagination empirisch nachweisbar ist, können wir auch viele bisher unverstandene Phänomene verstehen, die bis heute der Parapsychologie beziehungsweise der Paraphysik zugeordnet werden.

Als erstes wenden wir uns dem Pauli-Effekt zu. Offensichtlich wäre es die Aufgabe des Quantenphysikers gewesen, die konkrete «Objektivierung der Rotation» mithilfe der Postulierung des Spins zu relativieren und sich nicht nur intellektuell, sondern mithilfe der konkreten Anwendung mit der zutiefst introvertierten taoistischen Methode des Kreisens des Lichts zu beschäftigen. Er hätte von seiner Identifikation mit dem Intellekt Abstand nehmen und wie Lama Anagarika Govinda – siehe das obige Motto dieses Artikels – sein Ich entleeren müssen, um so in Verbindung mit dem Bauchhirn zu gelangen. So hätte er die Gelegenheit gehabt, die potentielle Fülle der magischen Energie des Unus Mundus innerlich zu erleben. Die sich im Pauli-Effekt äussernde magische Energie hätte sich dann von einem destruktiven in ein konstruktives Phänomen entwickeln können. Pauli starb dann relativ jung an den Folgen eines Bauchspeicheldrüsenkrebses. Das dürfte im Licht dieses Artikels damit zusammenhängen, dass er diese Wende nach innen nicht zulassen konnte.

Ich kann dem Leser versichern, dass ich obiges nicht schreiben würde, wenn ich nicht einige Beispiele der heilenden Wirkung der Körperzentrierten Imagination im Falle von somatischen Krankheiten gesehen hätte. Die Heilung der Patientin mit Multipler Sklerose ist nur ein Beispiel unter mehreren.

Ohne den Zusammenhang zu ahnen, interessierte ich mich schon sehr früh für die seltsamen Phänomene der UAPs (früher UFOs genannt), und vor allem der so genannten Aliens sowie der Entführungsphänomene, in welchen Menschen wie du und ich in UAPs entführt werden, um dort des Öfteren gezwungen zu werden, mit Aliens zu kopulieren. Wir wissen aus der therapeutischen Erfahrung, dass sich ein Archetypus bei Unbewusstheit über dessen Aktivierung vorerst destruktiv durchsetzt. Daher erinnert dieses Geschehen, die erzwungene Kopulation, an den heute so intensiv konstellierten Archetypus der coniunctio, der Heiligen Hochzeit, den ich auch in meinem Buch Holy Wedding als tiefsten Hintergrund all dieser parapsychologischen und paraphysikalischen Ereignisse dargestellt habe.

Heute weiss ich, dass auch diese Phänomene auf dem Hintergrund der Konstellation des Unus Mundus verstanden werden können. Wenn innen und aussen verschmelzen und Raum und Zeit im physikalischen Sinn aufgelöst werden, werden UAPs und Aliens, sowie Entführungsphänomene unmittelbar verständlich. Die UAPs sind Phänomene, die im Unus Mundus geschehen. Da ihre Bewegungen dessen magischer Energie unterliegen, können sie auch physikalisch völlig unmögliche Phänomene produzieren; in dieser Metawelt gelten eben die physikalischen Gesetze nicht mehr. Man muss also nicht Extraterrestrials, Wesen aus intergalaktischen Welten, als Ursache dieser Phänomene voraussetzen; in gewissem Sinne sind die Aliens tatsächlich schon seit jeher unter uns, doch sie kommen nicht von entfernten Galaxien angereist, da sie eben Entitäten des raum- und zeitlosen Unus Mundus sind.  

Die Aliens kommunizieren mit den Betroffenen des Öfteren mittels Telepathie, der Fernwahrnehmung. Auch dies erklärt sich sofort, da in der Raumlosigkeit keine räumliche Trennung mehr existiert. Damit stimmt die Wahrnehmung vieler Opfer überein, dass sich die Aliens in ihr Gehirn eingenistet haben. Aber auch präkognitive Fähigkeiten werden den Aliens nachgesagt, was nicht verwundert, wenn man annimmt, dass sie in unserer Realität aus einer Welt erscheinen, die nicht nur raumlos, sondern auch zeitlos ist. Darin gibt es keine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, so dass auch «Erinnerungen an die Zukunft» möglich werden.

Die Entführungen schliesslich, in denen Menschen zur Kopulation mit Aliens – sozusagen zu einer «Vergewaltigungs-Hochzeit» – gezwungen werden, entpuppen sich als destruktive Äusserung der Weltseele, des energetischen Prinzips des heute so intensiv konstellierten Unus Mundus, der wiedervereinigten Welt, die eben deshalb destruktiv sind – siehe Pauli-Effekt – weil die Betroffenen über die Tatsache völlig unbewusst sind, dass sich diese Eine Welt hinter der heutigen Spaltung in aussen und innen manifestiert und Unbewusstheit über einen konstellierten Archetypus gemäss der tiefenpsychologischen Erfahrung regelmässig zu destruktiven Entwicklungen führt.

Juni 2020


[1] Ich danke meinem Kollegen Dr. Stefan Furegati, Zürich, https://www.zuerich-polarity.ch/ , für die Durchsicht des Manuskripts und wertvolle Anregungen, die wesentlich zur definitiven Form dieses Artikels beigetragen haben.

[2] Meier, C.A., Wolfgang Pauli und C.G. Jung, Ein Briefwechsel 1932-1958, Springer, Berlin, Heidelberg, 1992

[3] Brief vom 24. Oktober 1953; Meier, C.A., Wolfgang Pauli und C.G. Jung, Ein Briefwechsel 1932-1958, Springer, Berlin, Heidelberg, 1992, p. 128

[4] Zur Aktiven Imagination Jungs siehe diverse Stellen in meinem Buch Holy Wedding, Pari Publishing, Pari, Italien, 2017, vor allem pp. 41-42

[5] Auch Marie-Louise von Franz war am Opus des Dorneus, vor allem an der unio corporalis sehr interessiert. Siehe beispielsweise ihre Ausführungen in ihrem Buch Schöpfungsmythen, p. 277ff. Da ich mich intensiv mit der Problematik der Anwendung der Jungschen Erkenntnisse auf somatische und psychosomatische Krankheiten auseinandersetzte, interessierte sie sich bis fast zum Schluss ihres Lebens sehr für meine Forschungen.

[6] GW 14/II, § 421

[7] Die Schriften des Hermes Trismegistos bilden das so genannte Corpus Hermeticum. «Die als Corpus Hermeticum bekannten Dialoge wurden erst in der Renaissance wiederentdeckt. Im Jahr 1462 kam Cosimo de Medici in den Besitz einer griechischen Handschrift, die er von Marsilio Ficino ins Lateinische übersetzen ließ. Hermes Trismegistos galt von der Spätantike bis zur frühen Neuzeit als Verfasser einer Reihe von philosophischen, astrologischen, magischen und alchemistischen Schriften, die aufgrund seiner Gleichsetzung mit Thot als Zeugnisse uralten Wissens geschätzt wurden, das zumindest auf die Zeit des Moses zu datieren sei. Erst um 1614 kam Isaac Casaubon aus textkritischen Erwägungen zu dem Schluss, dass es sich bei diesen Texten um hellenistische Traktate handeln müsse, die kaum vor dem 2. Jahrhundert geschrieben worden sein konnten.» (Text aus Wiki)

[8] Pauli, W., Wissenschaftlicher Briefwechsel, Vol. 4/I, 1996, p. 386ff., Brief Paulis an seinen Kollegen Markus Fierz vom 13. Oktober 1951

[9] Pauli, W., Wissenschaftlicher Briefwechsel, Vol. 4/I, 1996, p. 387

[10] Das folgende ist meine Interpretation der Paulischen Ausführungen. Für den physikalisch interessierten Leser hier das vollständige Zitat im Brief an Fierz: « Nun kommt die grosse Krise des Wirkungsquantums: man muss das Einmalige und den ‘Sinn’ desselben opfern, um eine objektive und rationale Beschreibung der Phänomene zu retten. Wenn zwei Beobachter dasselbe tun, ist es wirklich auch physikalisch nicht mehr dasselbe; nur die statistischen Durchschnitte bleiben im allgemeinen dieselben. Das physikalisch Einmalige ist vom Beobachter nicht mehr abtrennbar – und geht der Physik deshalb durch die Maschen ihres Netzes. Der Einzelfall ist occasio und nicht causa. Ich bin geneigt, in dieser ‘occasio’ – die den Beobachter und die von ihm getroffene Wahl der Versuchsanordnung mit einschliesst – ein ‘revenue’ der im 17. Jahrhundert abgedrängten anima mundi (natürlich ‘in verwandelter Gestalt’) zu erblicken. La donna è mobile– auch die anima mundi und die occasio.

Es ist hier etwas offen geblieben, was früher geschlossen schien und meine Hoffnung ist, dass durch diese Lücke neue Begriffe anstelle des [psycho-physischen] ‘Parallelismus’ eindringen werden, die einheitlich zugleich physikalisch und psychologisch sein sollten. Möge eine ‘glücklichere Nachkommenschaft’ dies erreichen.» (Pauli, W., Wissenschaftlicher Briefwechsel, Vol. 4/I, 1996, pp. 387f.)

[11] Diese Entdeckung Max Plancks führte dazu, dass der Energiebegriff, der bisher allgemein als kontinuierlich angesehen wurde, quantisiert werden musste. Dies führte zur Einsicht, dass der Hintergrund der Quantenphysik akausal, ursachelos, von zufälligen Ereignissen dominiert ist.

[12] So ist es zum Beispiel unmöglich für den radioaktiven Zerfall eines einzelnen Atoms ein mathematisches Gesetz zu finden, im Gegensatz zur Bewegung eines einzelnen Planeten – Akausalität versus Kausalität

[13] Zitiert nach Fischer, E. P., An den Grenzen des Denkens, Wolfgang Pauli, Ein Nobelpreisträger über die Nachtseiten der Wissenschaft, Herder, Freiburg, Basel, Wien, 2000, pp. 135-136

[14] Wissenschaftlicher Briefwechsel 4/I, p. 37

[15] Part II, Abschnitt 6.16.1

[16] Brief vom 16. November 1950, in Meier, C.A., Wolfgang Pauli und C.G. Jung, Ein Briefwechsel 1932-1958, p. 52ff.

[17] Unter Synchronizität versteht Jung Ereignisse, in denen ein inneres Phänomen, meist ein Traum, und ein äusseres Phänomen relativ zeitgleich im Bewusstsein eines Menschen auftauchen, von denen er unmittelbar spürt, dass sie sinnvoll verbunden sind. «Das kann doch nicht einfach ein Zufall sein…»

[18] Auch ziemlich alle meine Erkenntnisse sind aus derartigen Träumen und Synchronizitäten entstanden, so dass ich mit Jung diesbezüglich völlig einiggehe.

[19] S. dazu Meier, C.A., Wolfgang Pauli und C.G. Jung, Ein Briefwechsel 1932-1958, Springer, Berlin, Heidelberg, 1992, p. 34f.

[20] Diese Beschäftigung führte schliesslich zu Paulis Artikel «Der Einfluss archetypischer Vorstellungen auf die Bildung naturwissenschaftlicher Theorien bei Kepler», den er im Jahr 1952 zusammen mit C.G. Jungs Artikel «Synchronizität als ein Prinzip akausaler Zusammenhänge» im Buch mit dem Titel «Naturerklärung und Psyche» veröffentlichte.

[21] Eine ausführliche Schilderung findet sich in Roth, R.F., Return of the World Soul, Part II, Abschnitt 6.16.1

[22] Pauli definierte alle Ereignisse, die nicht mithilfe physikalisch-mathematischer Formeln dargestellt werden können, als Wunder, also als magisches Geschehen. Siehe WB 4/II, p. 405

[23] Ich drehe die Flussrichtung um, d.h., beginnend beim Kopf lasse ich die Energie den Rücken hinunterfliessen, drehe sie in der Höhe des Steissbeins und lasse sie wieder zum Kopf hinauf fliessen.

[24] Meier, C.A., Wolfgang Pauli und C.G. Jung, Ein Briefwechsel 1932-1958, Springer, Berlin, Heidelberg, 1992, p. 17. S. dazu auch Der innere Quantensprung

[25] Jungs Selbst, der innerste Kern des Menschen, entspricht dem individuellen inneren Gottesbild des Mystikers. Als Beispiel diene die Erfahrung des inneren Gottesbildes Jakob Boehmes: An einem verregneten Tag öffnete sich plötzlich der Himmel und ein spontaner Lichtstrahl fiel auf eine Silberplatte, die Boehme vor sich hatte. Diese Spiegelung des Lichtstrahls löste in Boehme die zutiefst ergreifende Idee aus, dass er Gottes Antlitz erblickt hatte. Von diesem Moment an vernachlässigte der Schuhmacher seine Arbeit und begann dieses innerlich erfahrene Gottesbild zu beschreiben. Ähnlich erlebte Jung in seiner grossen Lebenskrise ab dem Jahr 1913 im so genannten Roten Buch geschilderte innere Visionen, die ihn allmählich seine tiefenpsychologische Theorie entwickeln liessen. Siehe dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung#Das_%C2%ABRote_Buch%C2%BB


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