Niklaus von Flüe

Niklaus von Flüe

Der Schweizer Mystiker Niklaus von Flüe ist für mich ein Vorbild, weil er seinem zutiefst individuellen inneren Weg gefolgt war. Nach intensiven inneren Kämpfen und langen Diskussionen mit seiner Frau Dorothea entschloss er sich mit ihrem Einverständnis die heute berühmte Klause im Mösli nahe seines Wohnhauses im Flüeli-Ranft (bei Sachseln OW) zu beziehen. Da sein ältester Sohn schon 20 Jahre alt war, konnte dieser den kleinen Bauernhof übernehmen und die Familie ernähren. Niklaus konnte sich von da an, für die letzten 19 Jahre nach seinem 50. Lebensjahr, voll seiner mystischen Versenkung widmen.

Niklaus von Flüe wurde immer wieder von tiefsten Visionen überfallen. Die letzte davon, die Vision vom erschreckenden Gottesantlitz (s. Abb. oben), verarbeitete er zu seinem heute berühmten Radbild (s. Abb. rechts). Es stellt sein individuell erfahrenes inneres Gottesbild dar und ist doppeltriadisch strukturiert. Obwohl dies von der katholischen Kirche geleugnet wird, steht es so in eklatantem Gegensatz zur Trinitätslehre.

In meiner Deutung symbolisiert das Radbild die Transformation der physischen Energie in die magische Energie (der psychophysischen Realität) und deren Rücktransformation in physische Energie höherer Ordnung. Es stellt daher ein ausgezeichnetes Symbol des Prozesses dar, der im healing geschieht.

Der Schweizer Mystiker war tatsächlich auch ein sehr guter Heiler. Es zeigt sich also an seinem Beispiel, wie Mystik (Spiritualität) und healing eng verbunden sind. Nur mit der Haltung des Mystikers und der Mystikerin, die sich, wie in der Symptom-Symbol-Transformation, auf die Rolle des Vermittlers der von einer höheren Instanz beherrschten magischen Energien beschränken und nicht willentlich in den Prozess eingreifen, ist ein healing im Sinne der weissen Magie möglich. Stellt sich der Heiler jedoch in den Vordergrund und versucht willentlich in den Prozess einzugreifen, verfällt er dem Machtkomplex und wird zum Schwarzmagier. Gute Heiler sind daher, wie Niklaus von Flüe, immer auch demütige Menschen, die in einem lebenslangen Prozess versuchen, ihren Machtschatten zu überwinden.

 Siehe auch Das Radbild des Niklaus von Flüe und der Hauchkörper.

 

Kommentare sind geschlossen.